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T-4: Was für Instrumente gibt es auf dem SolarOrbiter?

Instrumente des SolarOrbiter
@ESA/ATG media lab

Der Solar Observer hat zwei verschiedene Arten von Instrumenten an Bord.

Die „In-situ“- (also die „vor Ort“) Instrumente messen die Bedingungen um den Observer herum. Die Fernerkundungsinstrumente messen, was in größerer Entfernung passiert. Die Daten zusammen ergeben ein vollständigeres Bild der Vorgänge in der Sonnenkorona und im Sonnenwind.

Die „In-situ“ Instrumente

EPD: Energetic Particle Detector

Der spanische EPD misst die energiegeladenen Partikel, die am Raumfahrzeug vorbeiströmen. Er untersucht dabei wann, wie viele und welche von ihnen auftreten. Mit diesen Ergebnissen können die Quellen, die Beschleunigungsmechanismen und die Transportprozesse dieser Partikel untersucht werden.

MAG: Magnetometer

Das MAG ist ein britisches Messinstrument, das das Magnetfeld um die Sonde herum mit hoher Präzision vermisst. Damit wird ermittelt, wie sich das Magnetfeld der Sonne zu dem des restlichen Sonnensystems verhält und wie es sich mit der Zeit verändert. Dies hilft uns zu verstehen, wie sich die Korona aufwärmt und wie die Energie im Sonnenwind transportiert wird.

das MAG auf Twitter

RPW: Radio and Plasma Waves

Das französische RPW misst mit verschiedenen Sensoren und Antennen die Veränderung der magnetischen und elektrischen Felder . Dadurch können die Eigenschaften elektromagnetischer Wellen und Felder im Sonnenwind bestimmt werden. Das RPW ist das einzige Instrument auf dem Solar Orbiter, das sowohl In-situ- als auch Fernerkundungsmessungen durchführt.

das RPW / SCM auf Twitter

SWA: Solar Wind Plasma Analyser

Das britische SWA besteht aus einer Reihe von Sensoren. Diese messen die Eigenschaften des Sonnenwinds wie Dichte, Geschwindigkeit und Temperatur und seine Zusammensetzung.


Die Fernerkundungsinstrumente

EUI: Extreme Ultraviolet Imager

Das belgische EUI wird Bilder der Sonnenchromosphäre, des Übergangsbereiches (Transition region) und der Korona aufnehmen. Auf diese Weise können Wissenschaftler die merkwürdigen Erwärmungsprozesse in dieser Region untersuchen. Außerdem werden die „In-situ“ Messungen des Sonnenwinds mit den Regionen ihrer Entstehung in Verbindung gebracht.

Metis: Coronagraph

Das italienische Metis nimmt simultan Bilder der Korona im sichtbaren und ultravioletten Bereich auf. Dadurch zeigen sich die Struktur und Dynamik der Sonnenatmosphäre besonders detailliert und in einem Bereich von 1,7 bis 4,1 Sonnenradien. Auf diese Weise können Wissenschaftler den Zusammenhang zwischen dem Verhalten dieser Regionen und dem Weltraumwetter im inneren Sonnensystem untersuchen.

PHI: Polarimetric and Helioseismic Imager

Das PHI aus Deutschland wird hochauflösende Messungen des Magnetfelds über der Photosphäre und Karten seiner Helligkeit im sichtbaren Licht liefern. Es werden auch Karten mit den Geschwindigkeiten der Bewegung der Photosphäre erstellt. Dadurch werden helioseismische Untersuchungen des Sonneninneren, insbesondere der konvektiven Zone, ermöglicht.

SoloHI: Heliospheric Imager

Das amerikanische SoloHI nimmt Bilder des Sonnenwinds auf, indem es das von Elektronenpartikeln im Wind gestreute Licht einfängt. Auf diese Weise können vorübergehende Störungen im Sonnenwind identifiziert werden. Diese können beispielsweise einen koronalen Massenausstoß auslösen, bei dem eine Milliarde Tonnen koronales Gas nach außen in den Weltraum ausgestoßen werden.

SPICE: Spectral Imaging of the Coronal Environment

SPICE kommt aus Frankreich. Dieses Instrument misst das extrem ultraviolette Licht, das vom Plasma abgegeben wird. Dadurch sollen die Eigenschaften der Sonnenübergangsregion und der Korona untersucht werden. Diese Daten werden mit den Eigenschaften des Sonnenwindes abgeglichen, die von den In-situ-Instrumenten des Raumfahrzeugs erfasst werden.

STIX: X-ray Spectrometer/Telescope

Das schweizer STIX erkennt die von der Sonne ausgehenden Röntgenstrahlung. Diese könnte aus heißem Plasma stammen und hängt häufig mit explosiver magnetischer Aktivität wie zum Beispiel Sonneneruptionen zusammen. STIX wird die Daten Zeitpunkt, Ort, Intensität und Energie dieser Ereignisse bereitstellen, damit deren Auswirkungen auf den Sonnenwind besser verstanden werden.


Quelle: http://www.esa.int/ESA_Multimedia/Images/2019/10/Solar_Orbiter_instruments
https://www.esa.int/ESA_Multimedia/Images/2019/10/Anatomy_of_our_Sun#.XiF8yelVKXg.link

Ein Gedanke zu „T-4: Was für Instrumente gibt es auf dem SolarOrbiter?“

  1. Soooo viele interessante Instrumente. Einfach cool, wenn man bedenkt, dass alles mal mit einfachen Ballon-Messungen mit Lochkameras begann. So spannend ist der Stern von dem wir leben. Ich denke, ich werde mich in diesem Jahr noch mehrfach mit Beiträgen zu diesem Gasball melden. Hab deutlich mehr Ideen, als die Zeit, sie umzusetzen…

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