Astronomie, Information, Schule, Sternenhimmel

Sternbild Stier

Nach viel zu langer Zeit, will ich heute die Reihe der von Leonie vorgestellten Wintersternbilder fortführen. Nach …

Andromeda Andromeda
Perseus  Sternbild Perseus
Orion Orion
Fuhrmann stellarium-004
Zwillinge Zwilling
Achterdeck Achterdeck

kommt heute das bekannte Sternbild STIER. Auch an dieser Stelle noch mal vielen Dank an Leonie.

StierDas Sternbild Stier ist am nördlichen Winterhimmel von November bis April sichtbar. Die Sternlinien erinnern an ein liegendes X-Chromosom, wobei die „Hörner“ Richtung Orion zeigen. (1)

Der Stier gehört zu den ältesten Tiersternzeichen, über das sich auch schon die Griechen und Römer Gedanken gemacht haben: So soll Zeus sich manchmal in ein Tier verwandelt haben, um sich Frauen anzuschauen. Dabei soll er sich einmal in einen Stier verwandelt haben und verschleppte Europa nach Kreta. Forscher hingegen bringen den Stier eher in Zusammenhang mit Widersacher, wodurch sich auch die auf Orion gerichteten Hörner erklären lassen.

Besonders ist ebenfalls, dass sich der Stier auf der Ekliptik befindet, das heißt, die Sonne durchwandert das Sternbild in den späten Frühjahrsmonaten.

Sein Hauptstern ist Aldebaran, was übersetzt heißt „Nachfolgender“, weil er im Himmel augenscheinlich den Plejaden folgt. Auch scheint er sichtbar zu den Hyaden zu gehören, jedoch steht er mit seiner Entfernung von 65 Lj deutlich davor. Er bildet mit seinem Begleiter, einem roten Zwerg, ein Doppelsternsystem, wobei der Rote Riese allein schon die 2,5 fache Sonnenmasse besitzt und den 45-fachen Durchmesser.

Wegen diesem Größenverhältnis wird er auch „rotes Vakuum“ genannt. Seine Helligkeit von 0.87 mag schwankt regelmäßig um 0,2, da er ein pulsierender Stern ist.

2017-02-05_18_mond-hyadenHyaden

Die Hyaden sind der uns nächstgelegene Sternhaufen mit einer Entfernung von nur 150 Lichtjahren. Er ist V-förmig um den Stern Aldebaran angeordnet und ist somit sehr leicht am Himmel zu finden. Durch die geringe Entfernung und der Größe mit 350 Sternen leuchtet er sehr hell und wirkt auch von seinem Durchmesser her breit, weshalb man ihn an klaren Nächten schon mit dem bloßen Auge beobachten kann.

In der griechischen Mythologie werden sie oft in Verbindung mit 5 bzw. 7 Töchter von Atlas und Aithra in Verbindung gebracht. Weil ihr einziger Sohn Hyas auf der Jagd starb, setzten die Götter aus Mitleid die Hyaden an den Sternenhimmel. Diese stehen für die ungehemmten Tränen der Mutter, was auch den Namen „Regengestirn“ erklärt. Eine andere Erklärung für den Namen wäre auch die Regenzeit, denn wenn der Stier im Herbst aufgeht, ist es oft feuchter und regnerischer.

PlejadenPlejaden M45

Die Plejaden sind der bekannteste Sternhaufen und sind am Ende der Rechten oberen Sternlinie des Stieres zu sehen.

Obwohl der Sternenhaufen über mehrere Hundert Sterne besitzt, stechen ungefähr 7 Sterne mit einer baulichen Umrandung stark hervor. Dies kommt durch das relativ junge Alter der Plejaden, denn die bläulichen Schlieren stammen von der Reflektion der einzelnen heißen Sterne auf die Gas und Staubwolken, durch die sie ziehen.

Die griechische Mythologie der Plejaden steht sehr nahe zu der von den Hyaden. Denn laut ihr haben die Schwestern Hyas sich nach seinem Tod selbst umgebracht und sind so als „Siebengestirn“ an den Himmel gesetzt worden.

Da die Plejaden auf der Himmelsekliptik stehen, werden sie oft durch die vorbeiziehenden Planeten und der Sonne verdeckt, es kann sogar passieren, dass der Mond mitten durch die Plejaden zieht.

Plejaden

Krebsnebel M1

Die erste Entdeckung des Krebsnebels, datiert vom 7.4.1054, wurde von einem chinesischen Hofastronom gemacht und war damals die Erstbeobachtung des Lichts einer Supernova. Er ist im Sternbild Stier am Ende des unteren linken Horns zu finden.

Bei näherer Beobachtung erkennt man, dass es sowohl ein Super-Nova-Überrest, als auch ein Pulsarwind-Nebel ist. Das heißt, dass in ihm durch das Zusammenspiel von Geschwindigkeit und Ladung ein Pulsar entsteht. Dies führt ebenfalls zu der krebsähnlichen Struktur. Das unregelmäßige blaue Licht im inneren des Nebels ist der Überrest der Atmosphäre des Ursprungssterns.

Mit Hubble-Weltraumteleskop fand man nicht nur heraus, dass der Nebel expandiert, sondern auch, dass im Inneren eine Sanduhrstruktur herrscht, die durch ein Doppelsternsystem erreicht wird.

(1) OK, ich finde, die Hörner weisen eher in Richtung Zwillinge, ober das hängt natürlich auch von der gedachten Abbildung ab.

Nachtrag:

Die Informationen sind jetzt auch auf der Seite Sternbild Stier für die AstroZwerge zu finden.

4 Gedanken zu „Sternbild Stier“

  1. Hallo Volker,
    vielen Dank für das Lob, das ich hiermit gerne an Leonie weitergebe. Leider lag der Text schon viel zu lange unveröffentlicht bei mir …

  2. Das ist ein toll geschriebener Artikel, in den Du viel Mühe gesteckt hast. Danke schön. Die Hyaden und insbesondere die Plejaden sind sehr schön anzuschauen. Beide bilden übrigens das Goldene Tor der Ekliptik, durch das auch ab und zu die Planeten wandern.

  3. Das ist großartig. Ich finde das sehr spannend. Danke Dir dafür.

    ==================== Dipl. Inform Gerhard Jaworek Studienzentrum für Sehgeschädigte Karlsruher Institut für Technologie (KIT) Engesser Straße 4 De 76131 Karlsruhe Phone: +49 721 6084 4301 Fax: +49 721 6084 42020 Email: gerhard.jaworek@kit.edu Web: info@szs.kit.edu

    Mitglied der Deutschen Astronomischen Gesellschaft http://www.astronomische-gesellschaft.org

    Besuchen Sie mich doch auch mal auf https:====================

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