Darstellung von Weltraumschrott im niedrigen Erdorbit
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Wertstoff aus dem All

Heute ist der 18.März. Heute ist der Global Recycling Day; der Welt-Recycling-Tag. Seit 2018 soll an diesem Tag auf die Wichtigkeit von Recycling und Rohstoffwiederverwertung hingewiesen und Denkanstöße und Handlungsempfehlungen gegeben werden.

SERO Preisliste für Sekundärrohstoffe in der DDR

OK, eigentlich ein „alter Hut“. Als wir Kinder waren, hieß das so viel wie möglich Sekundärrohstoffe zu sammeln. Also am besten von Tür zur Tür gehen, „Haben Sie Altstoffe?“ fragen und diese dann an den Sammelstellen abzugeben. Dafür gab es dann Geld und die Belege wurden in der Schule abgegeben. Wettkampf: jeder gegen jeden, Klasse gegen Klasse, Schule gegen Schule, … .

Zum Glück hatten wir eine prima Oma, die im Dorf schon so einiges an Zeitungen, Flaschen und Gläsern zusammentrug. Wir mussten es dann „nur“ noch sortieren und an der SERO-Sammelstelle anstehen. Wir fanden es furchtbar. Nochmals vielen, vielen Dank liebe Oma! 🙂

Klar, auch heute wird der Müll fein säuberlich getrennt (sollte zumindest), werden auch Papier, Flaschen, Gläser, Elektroschrott gesammelt und teilweise auch der Wiederverwertung zugeführt. Und das nicht nur im Privathaushalt sondern auch in der Industrie.

Aber, wie sieht das in der Raumfahrt aus? Da gibt es doch auch Unmengen an Weltraumschrott. Kann man den nicht auch irgendwie RECYCLEN?

Im letzten Jahr traf ich beim esa-Event zum Start von Sentinel 3 auf Frank, der mit seiner „Orbit Recycling Initiative“ eine Antwort darauf hat und uns heute darüber berichtet. Vielen Dank dafür!

Über unseren Köpfen kreist ein milliardenschwerer Schatz, der von Jahr zu Jahr wächst. Niemand will ihn heben, obwohl die Technik dafür existiert. Die Rede ist von Weltraummüll, auch space debris genannt. Orbit Recycling ändert dies: ausgediente Objekte werden für neue Weltraumprojekte aufbereitet. So gewinnt Orbit Recycling Wertstoff aus dem All.

Die Recyclingindustrie zeigt, wie erfolgreich man damit sein kann. 2015 erwirtschaftete sie allein in Deutschland über 11 Milliarden Euro und entwickelte sich zu einer sinnvollen Alternative zur Müllverbrennung oder Entsorgung auf einer Deponie. In einem rohstoffarmen Land wie Deutschland trägt diese Kreislaufwirtschaft erheblich zur Versorgung der Industrie bei. 2016 wurde der Aluminiumbedarf bereits zu 57 Prozent aus recyceltem Aluminium abgedeckt.

Leider wurden diese Erkenntnisse bisher nicht auf das Weltall übertragen, obwohl auch dort Rohstoffe knapp sind. Gar nicht knapp sind hingegen die von Menschen gemachten Objekte im All. Über 7.500 Raumfahrzeuge wurden seit Sputnik-1 in den Orbit geschossen, aber nur die wenigsten von ihnen sind noch aktiv. Insgesamt sind mehr als 8.000 Tonnen Weltraumschrott im All zurückgeblieben. Jährlich wächst diese Menge um weitere ausgemusterte Satelliten und Raketenstufen, die teilweise noch hunderte von Jahren über unseren Köpfen kreisen werden. Als Lösung für dieses Problem werden bisher nur seltsam bekannte Verfahren diskutiert:

  • Verbrennen (durch den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre) oder
  • Entsorgen auf einer möglichst fernen Umlaufbahn (wie in einer Deponie).

Warum wird der Weltraumschrott nicht recycelt und für die Herstellung neuer Dinge genutzt? Schließlich wurden die ganzen Objekte mit wertvollen Metallen hergestellt und teuer ins All geschossen. Man zahlt für ein Kilogramm Nutzlast leicht über 50.000 Euro, um es in den geostationären Orbit zu bringen. Diese Werte sollte man nicht ignorieren oder vernichten.

Orbit Recycling will diesen Schatz heben: ausgediente Objekte werden mit überschaubarem Aufwand auf den Mond gebracht. Techniken zum Einfangen von Satelliten werden dafür bereits (nicht nur bei der ESA) entwickelt. Bei diesen Projekten steht allerdings die Entsorgung der alten Satelliten im Fokus. Orbit Recycling erweitert daher die Einfangmethoden um Antriebseinheiten, um die Objekte zum Mond zu bringen.

Diesen Aufwand betreiben wir aus einem ganz besonderen Zweck: dem Bau der internationalen Mondstation. Vor knapp 50 Jahren sprach Neil Armstrong seinen berühmten Satz: „Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein großer Schritt für die Menschheit.“ Nun ist die Menschheit bereit für den nächsten großen Schritt: die Besiedlung des Mondes. 2017 verkündeten die großen Weltraumnationen ihre offiziellen Pläne für eine menschliche Mondstation. Ähnlich wie bei der Internationalen Raumstation ISS werden viele Länder und Weltraumorganisationen gemeinsam arbeiten und unterschiedliche Komponenten für den Bau der Mondstation liefern. Orbit Recycling beteiligt sich mit aus Weltraumschrott gewonnenen Wertstoffen.

So bringen wir nicht nur Nachhaltigkeit ins All und reduzieren die Menge an Weltraumschrott, sondern senken auch die Transportkosten für das Baumaterial um den teuersten Teil seiner Reise. Statt von der Erdoberfläche kommt das Material nun aus dem Orbit mit seiner wesentlich geringeren Erdanziehungskraft, was die Transportkosten um Milliarden Euro senken wird.

Impressum 
Orbit Recycling Initiative
Gründer Frank Koch
Hinter den Gärten 24
D-13589 Berlin
info@orbitrecycling.space
www.OrbitRecycling.space

Weitere Videos zu dem Thema:

https://www.esa.int/spaceinvideos/content/view/embedjw/484559/(lang)/de

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