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Das war unser #SolarOrbiter Start

Zeichnung: ich mit Blumenstrauß und Schriftzug "Danke!"

Nun ist schon wieder ein ganzer Monat vergangen und wir sind noch immer ganz beeindruckt von der Social Media Veranstaltung der ESA zum Start des Solar Orbiters. Nochmals vielen Dank an das ESA-Team, das uns dieses Erlebnis ermöglichte und die anderen Teilnehmer, durch die es zu etwas ganz Besonderem wurde.

Wir ihr bereits in „T-3: Was erwartet uns und euch in Darmstadt?“ lesen konntet, ging das Programm früh los und war voll gepackt.

Nach der Registrierung gab es im Briefing Room mit direktem Blick in den Mission Control Room die ersten Einweisungen.

Panoramabild in den Missions Controll Raum

Infos zum Tag gab uns Daniel Scuka – ESA Operation & Space Safety Programme Communication Officer.

  • 40 Teilnehmer aus 13 (?) Ländern
  • dabei auch ein Lehrer aus Indien
  • also eine echt bunt gemischt Truppe!
Blick aus dem Briefing Room in den Mission Control Room  mit vielen fotografierenden Teilnehmern

Über ESA und ESOC sprach Mariella Spada, Head of ESA Operations Strategy and Transformation Office.

  • 1 € in Raumfahrt investierter Euro generiert 3 € in der europäischen Wirtschaft
  • bereits 82 Raumfahrzeuge wurden von der ESOC betreut
  • dabei auch etliche Erdbeobachtungssatelliten
  • mit Hilfe eines weltumspannenden Netzwerkes von Antennen
  • das Space Safety Programm besteht aus verschiedenen Komponenten zur Berücksichtigung unterschiedlichster Gefahren (Weltraumschrott, Meteoriten, Space Wetter, … )

Zu den Zielen, Besonderheiten und Herausforderungen der Mission erfuhren wir viel Interessantes von Daniel Verscharen vom SWA instrument team vom University College London

  • Sonnenfleckenzyklus, Flares und Massenauswürfe sind bekannt, aber nicht völlig verstanden
  • der Solar Orbiter soll die Wissenslücken schließen
  • Was treibt den Sonnenwind an?
  • Was geschieht in den Polarregionen der Sonne?
  • Wie wird das Magnetfeld erzeugt?
  • Wie beeinflussen plötzliche Ereignisse wie Flares und Massenauswürfe das Sonnensystem?
  • die meisten Instrumente (weitere Infos hier) bestehen eigentlich aus mehreren Instrumenten, die zusammenarbeiten
  • Wieso ist die Sonnenkorona so viel heißer als die Oberfläche?

Anschließend gab es Mittag und viele spannende Gespräche.

Astro vor dem Solar Orbiter Model

Nach dem Essen gingen die Gesprächsrunden weiter. Sogar Andrea Accomazzo, der Flight Director und Ignacio Tanco der Deputy Flight Director nahmen sich die Zeit unsere Fragen zu beantworten. (Video auf Facebook) Schon ziemlich cool, wenn dir die Leute, die seit Jahren an dieser Mission arbeiten und in wenigen Tagen beim Start den Hut aufhaben werden, direkt gegenüberstehen und die auch ziemlich persönliche Fragen total locker beantworten.

Andrea Accomazzo und Ignacio Tanco  auf der Bühne

Anschließend folgte der Vortrag (Video auf Facebook) „Stone Age Technology Flies to the Sun“ von Charlie Stallard. Er ist der R&D Manager for Space der Firma ENBIO . Charlie zog den Bogen von frühen Höhlenmalereien mit zerstoßenen Knochenfarben zur Beschichtung „BlackSolar“ aus ähnlichen Materialien, mit denen Oberflächen des Solar Orbiters beschichtet werden, um sie vor den hohen Temperaturen zu schützen. (siehe auch „T-5: Was ist das Besondere am Solar Orbiter?

Charlie Stallard  auf der Bühne

Für mich war es doppelt aufregend:

Gleich darauf gab uns Alexi Glover (ESA Space Weather Service Coordinator) eine Einführung in die Vielfalt und Auswirkungen des Weltraumwetters (Video auf Facebook).

Alexi Glover auf der Bühne

Weltraumwetter ist halt viel, viel mehr als „die Sonne scheint“ 🙂 und der Einfluss ist wesentlich größer, als viele denken. Aber aktuell (also am 7.2.2020) war die Sonne fleckenlos, es sind keine Solarstürme zu erwarten und die Solarwindgeschwindigkeit steigt von 350 auf 460 km/s und bis zu 600 km/s.

Umso wichtiger, dass man noch unklaren Grundlagenfragen wie „Wodurch entsteht der Solarwind?“ endlich klärt. Dabei soll der SolarOrbiter helfen.

Anschließend ging es in 2 Gruppen über das ESOC Gelände.

  • Angefangen in der „Ground Segment Reference Facility“ in der alles erstmal getestet und simuliert wird, bevor es dann auf die Raumsonden da draußen los gelassen wird,
    • zum Beispiel auch die Module der Sonde GAIA werden hier genauestens unter die Lupe genommen
    • mehr Infos
  • über den Raum, in dem der Weltraummüll überwacht wird,
    • Wusstet ihr, dass 20.000 Teile von der Größe eines Apfels und größer bereits um die Erde kreisen und ihre Bahn verfolgt wird?
    • Die zunehmende Anzahl der Raumfahrtunternehmen macht auch die Nachverfolgung der Teile und Absprachen immer schwieriger. Außerdem gibt es nicht genügend verbindliche Regeln und Vorschriften. Das führt zu noch mehr Problemen mit StarLink und Co.
    • Auch die Vorhersage des Wiedereintritts des Weltraummüll wird von der ESA zusammen mit anderen Raumfahrtagenturen gemacht.
    • mehr Infos
  • beim Engineering Model von BepiColombo
    • hier wird real getestet, wenn im Problemfall was geändert werden muss
  • beim Bodenkontrollraum
    • von hier aus wird ständig das Netzwerk der Bodenstationen kontrolliert und die Verbindung zu den Satelliten hergestellt
  • dem Planetary Mission Control Room, von dem aus nach der „heißen“ Phase der Solar Orbiter betreut wird
  • noch ein Blick in den noch leeren Mission Control Raum
  • beim Rosetta „Mausoleum“
    • das frühere Testmodell, das während der gesamten Mission zum Testen verwendet wurde wird hier präsentiert
  • und viel, viel mehr.

Nun durfte das gemeinsame Foto natürlich nicht fehlen.

gif-Bild der die Arme hebenden Veranstaltungsteilnehmer

Nach einer kurzen Pause ging es dann beim Abendessen weiter. Auch wenn die Bedienung des Braustüb’l einen krassen Gegensatz zur Gastfreundlichkeit, Offenheit und Hilfsbereitschaft des gesamten ESA Teams darstellte, begeisterten wir uns hier noch einem hervorragendem, aus dem Hut gezaubertem Bericht über das #SolarOrbiter Projekt .

während des Abendessens und des Vortrags im Braustüb'l

Sogar ein paar der zufällig auch hier essenden Projektmitarbeiter ließen sich überreden, noch ein paar Worte zum SolarOrbiter zu sagen. Echt Wahnsinn dieser Teamgeist.

Anschließend zogen etliche von uns noch etwas weiter, aber irgendwann war dann auch dieser aufregende, wahnsinnig schnell vorbeiziehende Tag vorbei. Da der Start des SolarOrbiters auf Montag verschoben war, könnte ich nicht so lange bleiben und schauten wir uns den dann am Rechner an.

Astro vor dem Monitor beim Start der Rakete

Wir ihn noch mal „erleben“ möchte, hier gibt es das Video dazu:

Verschiedene Teilnehmer haben ihre Videos, Eindrücke u.ä. bereits gepostet:

Anmerkung: Wenn ihr wissen wollt, wo der SolarOrbiter gerade ist, hier https://solarorbiter.esac.esa.int/where/ gibt es eine schöne grafische Darstellung.

Ein Gedanke zu „Das war unser #SolarOrbiter Start“

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